LARP: Back to the Roots

„Wir verkleiden uns wie bei ‚Herr der Ringe‘, zelten, sitzen am Lagerfeuer und singen, laufen durch den Wald und erleben fantastische Abenteuer. Kein Mobiltelefon, keine Uhr – der übliche Alltag wird für einige Tage vergessen.“ So oder ähnlich erkläre ich meiner Oma, was LARP ist und was ich da so tue. So einfach diese Beschreibung ist, so richtig ist sie meiner Meinung nach doch. Leider war sie lange Zeit nicht ganz wahr. Abenteuer habe ich auf den letzten Veranstaltungen nicht erlebt. Das lag keinesfalls an der Orga oder an den Mitspielern. Vielmehr war ich zu einem Gewandungsgriller mutiert. Eigentlich kann ich mich auch nicht erinnern jemals aktiv und aus eigenem Antrieb am Plot teilgenommen zu haben. Dieser Umstand wurde mir so richtig bewusst, als ich im letzten Jahr Mythodea mit sehr ambivalenten Gefühlen verließ.
Darum beschlossen der Gehirnstürmer und ich auf meine Initiative hin, dass wir die Sache mit dem „richtig spielen“ mal ausprobieren. So mit „die ganze Zeit IT bleiben“ und so. Er selbst war früher ein sehr aktiver Spieler – hatte aber in den letzten Jahren auch das Interesse an Abenteuer und Plot verloren. Also suchten wir uns eine kleine aber feine Veranstaltung raus, auf der wir möglichst niemanden kannten. Unsere Hoffnung: wenn wir nicht auf Freunde treffen, bleiben wir IT.

Tatsächlich hatten wir dort ein wunderbares langes Wochenende und erlebten all die wunderbaren Dinge, die zu einem ordentlichen LARP gehören:

  • Ein etwas konfuser aber netter Plot, der uns die ganze Zeit IT hielt
  • Unfassbar nette Mitspieler
  • NSCs, die ihre verschiedenen Rollen unglaublich schön spielten
  • Leckeres – über offenem Feuer gekochtes – Essen
  • Ein lustiger Abend in der Taverne
  • Spannende Abenteuer im Wald („Wir sind ehrliche Räuber!“)

Anders als auf den letzten Veranstaltungen spielten wir tatsächlich die ganze Zeit und erlebten die Abenteuer von Tiberius und Alia sehr intensiv. Es gab nur wenige kurze Phasen, in denen Gehirnstürmer und Bea miteinander sprachen. Am Samstag Abend durften wir sogar eine Hauptrolle für die Lösung des Plots einnehmen und der Gehirnstürmer spielte seinen Part, die bösen Mächte zu verbannen, angemessen laut und mit viel Pathos. Ich bekam eine Gänsehaut als ich bemerkte wie viel Spaß er dabei tatsächlich hatte. Auch unsere Mitspieler sprachen ihm später Respekt und Lob für die großartige Show aus.

Auf dem Rückweg ließen wir die vergangenen Tage Revue passieren und stellten erfreut fest:

  • Der Gehirnstürmer hat es noch voll drauf!
  • Ich selbst habe noch nie so viel Freude, Nervenkitzel aber auch Entspannung beim LARP erlebt.
  • Wirklich zu spielen macht deutlich mehr Spaß als in Gewandung am Grill zu sitzen.
  • Kleine Cons sind so viel schöner als große.

Fakt ist: Beim nächsten Mal machen wir es ganz genauso. Ich lasse mir diesen neu gewonnenen Spaß an unserem Hobby nicht mehr nehmen. Natürlich ist es viel bequemer ein Wochenende lang im Lager zu entspannen – das macht wenigstens keinen Muskelkater – aber es ist so viel erlebnisreicher und spannender sich den angebotenen Abenteuern zu stellen.

Ich möchte mich an dieser Stelle auch herzlich bei allen Mitspielern, NSCs und natürlich der Orga „Tiratment“ für dieses gelungene Wochenende bedanken.